Siebenbürgen

Durch Österreich und Ungarn nach Rumänien

Siebenbürgen ist ein Teil Transylvaniens und liegt im Nordwesten Rumäniens. Umgeben vom Karpatengürtel wurde Siebenbürgen um 900 n.chr. von Deutschen Siedlern in Besitz genommen welche zum Schutz vor der Osmanischen Bedrohung ins Land gerufen wurden.
Heute sind die „Siebenbürger-Sachsen“ zu einer Minderheit geworden, ihre Spuren sind aber all gegenwärtig.

Auch wenn die Reise nach Siebenbürgen schon einige Jahre zurück liegt, ist sie in meinem Kopf noch so präsent, als wäre ich erst Gestern dort gewesen.
Nach zwei Tagen Anreise erreichten wir Rumänien, genauer gesagt den Ort Felix kurz nach der Grenze in Oradea. Wo wir die erste Nacht in Transylvanian verbrachte bevor es am nächsten Morgen über die sanften Hügel der Waldkarpaten nach Siebenbürgen weiter ging und wir als erste Stadt Klausenburg (Cluj-Napoca) erreichten.

Die Universitätsstadt hat vieles von ihrem Glanz verloren. Mit Hilfe Europäischer Großkonzerne soll aber wieder Aufschwung in die Stadt gebracht werden.
Weiter ging die Fahrt in Richtung Bistritz (Bistrita). In Praid machten wir halt um uns auf einem Markt mit Vorräten zu versorgen und natürlich auch Fotos zu schießen. Zu unserer Überraschung formierten sich im angrenzenden Park Trachtengruppen die mit einem Umzug in ein Veranstaltungszentrum zogen. Ein wirklich lohnendes Fotomotiv.

Bistritz hatte auch schon bessere Zeiten gesehen. Von der alten Stadt gibt es nur noch wenige Spuren, so steht von der Stadtmauer nur noch ein Stück. Bei unserem Besuch war der Turm der Kirche noch in Takt, drei Wochen später wurde er durch eine Brand schwer beschädigt.
Von Bistritz ging es nun hinauf zum Borgopass. Sanfte Hügel mit dichten Wäldern säumten die Straße an deren höchsten Punkt sich ein kleiner Ort mit einem Schilift und dem Schloßhotel Dracula befindet.

Von den Hügeln der Waldkarpaten zu den höchsten Berge

Über das Hochplateau des Borgopasses verlassen wir Siebenbürgen und machen einen Abstecher durch die Bukowina.
Zurück in Siebenbürgen entdecken wir als erstes eine Burg der Szekler bevor es wieder Richtung Schäßburg (Sighișoara) geht. Schäßburg ist heut das Zentrum des Sachsentums in Siebenbürgen.
Kronstadt, Hauptstadt Siebenbürgens. Alles auf Tourismus ausgelegt, Geld regiert hier alles.

Ein Besuch im Canyon der Sieben Treppen ist eine willkommen Abwechslung. Gemütlich geht es durch den Wald bis wir den engen Canyon erreichen.Über Sieben Wasserfälle stürzt hier das Wasser in die Tiefe, dies gab dem Canyon den Namen.

Am nächsten Tag erreichen wir die Törzburg (Bran). Vermarktet als Dracula Schloß wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Während wir unsere Fotoausrüstungen abgeben mußten, fotografierten und filmten die anderen Besucher was das Zeug hielt.
Auch hat die Törzburg mit Dracula so überhaupt nichts zu tun, weder mit dem Vampirgrafen noch mit dem Historischen Vlad Tepesch. Während der Eine am Borgopass sein Unwesen trieb, setzte der Andere nie einen Fuß in die Törzburg.
Was wir auch feststellen konnten, überall dort wo es einen Burghüter der Siebenbürger Sachsen gab, war dieser Stolz darauf uns seine Burg und Kirche zu zeigen. Während bei den Burgen die von Rumänen übernommen wurden Eintritt zu bezahlen war.

So auch in der Rosenburg in Rosenau (Rasnov). Eine tolle Bauernburg, die bei unserem Besuch zum Teil bereits wieder aufgebaut war. Leider werden für die Restaurierung der Burgen in Siebenbürgen zum Großteil die falschen Baumaterialien benutzt, was den Gemäuern sehr schadet.

Nun war es Zeit einen Abstecher in die mächtigen Südkarpaten zu machen. Hier sind die höchsten Gipfel an die 3000 Meter hoch. Die Straße führt uns bis auf rund 2000 Meter.

In Kerz fanden wir einen Campingplatz auf dem wir die Nacht verbrachten. Kerz (Cyrta) werden wir noch einmal besuchen um uns die Zisterzienser Abtei anzusehen. Bzw. was davon noch übrig ist.

Von Burghütern die uns freundlich empfangen haben

Mit Herrmannstadt erreichten wir ein weiteres Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Die Deutsche Sprache wird auch von vielen Rumänen als große Chance gesehen, weswegen sie Deutsche Schulen besuchen.

Weitere führt der Weg nach Wurmloch. Auch hier ist der Burghüter besonders Stolz darauf uns seine Kirchenburg zu zeigen, wie überall wo ein Sachse Burghüter ist. Zum Abschied luden wir ihn noch auf ein Getränk in die Dorfkneipe ein.

In Mediasch war Markt, eine Explosion der Gerüche und Farben erwartete uns. Lediglich der Pfarrer war nicht bereit mit uns zu sprechen, da in seiner Kirche nicht fotografiert werden durfte. Dies war nach Kronstadt das zweite Mal, dass wir nur Dias kaufen, aber nicht selbst fotografieren durften. Geld regiert die Welt.

Deutschweißkirch ist wieder eine typische Sachsensiedlung. Es waren einige Jugendliche die uns um Zigaretten fragten und uns als

Dankeschön zum Burghüter brachten, der wieder voller Stolz seine Burg aufschloss und Geschichten zu erzählen wußte. So engagiert sich Prinz bzw. König Charles für den Erhalt der Kirchenburg in Deutschweißkirch.

Langsam aber sicher neigte sich unsere Reise durch Siebenbürgen dem Ende zu. Mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns nach vier Wochen auf den Heimweg der uns über Arad nach Ungarn und schließlich nach Österreich zurück führte.

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