Vorarlberg

Als westlichstes Bundesland, ist Vorarlberg auch das zweit kleinste Österreichs. Von den Vorarlbergern liebevoll, s´Ländle genannt und vom restlichen Österreich durch Arlberg und  Silvretta abgeschnitten, hat das Ländle doch einiges zu bieten.

Durchs „Ländle“

In Vorarlberg beginnt auch meine Reise durch Österreich. In den Wochen, in welchen ich mich in Vorarlberg aufhalten sollte, begegnen mir viele freundliche und besondere Menschen. Auch geschichtlich bietet Vorarlberg so einiges. 
Als einen meiner Höhepunkte möchte ich den Besuch von Puccinis „Madame Butterfly“ im Festspielhaus Bregenz nennen.

Ausgangspunkt meiner Reise ist Bregenz. Hauptstadt und drittgrößte Stadt Vorarlbergs. Zwischen Pfander und Bodensee gelegen, ist vor allem die Seebühne Besuchermagnet der Stadt.
Mit den immer wieder aufwändig gestalteten Bühnenbildern zieht die Seebühne jedes Jahr Tausende Besucher aus aller Welt an.

Weiter führt mein Weg nach Dornbirn. In der quirligen Stadt ist es das Stadtmuseum, das ich besuchen möchte. Eine Interessante Dauerausstellung

und eine nicht weniger imposante Sonderausstellung machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis. Direkt vor dem Museum tauche ich in den Wochenmarkt in Dornbirn ein, hier ist wirklich fast alles zu bekommen, vom Spezialkissen über Murmeltierfett bis Honig aus eigener Imkerei.
Ein weiteres Highlight Dornbirns ist das „inatura“. Im alten Rüschwerke Areal wurde eine Ausstellung etabliert die weit mehr als nur eine Ausstellung ist. Hier wird das Wort Begreifen neu definiert, dürfen doch die meisten Ausstellungstücke berührt

werden und in Science Zones ist Mitmachen sogar erwünscht.

Nicht weit von Dornbirn liegt Lustenau, wo ich dem Druckwerk einen Besuch abstatte. Werkstattleiter Vitor Freytas nimmt mich bereitwillig mit auf eine Reise durch Jahrzehnte der Drucktechnik. Die Maschinen sind museumsreif, aber noch immer einsatzbereit. Werden von den Mitgliedern gewartet und betrieben. Besonders macht das Druckwerk, dass nahezu alle Druckverfahren in einer Halle zur Verfügung stehen.

„Von Römern und wehrhaften Burgen“

Das Rheintal, eine weite offene Region in Vorarlberg in der der Rhein die Grenze zur Schweiz bildet. Gesäumt von Geschichte und Industrie ist das Rheintal die Lebensader Vorarlbergs.

Hohenems ist die erste Stadt im Rheintal die ich erreiche. Sie ist auch die jüngste Stadt Vorarlbergs. Nachdem ich etwas durch die Stadt geschlendert war, erwartet mich im jüdischen Museum Hanno Loewy, der mir einiges über das Judentum in Hohenems zu erzählen weiß, auch die Ausstellung im Museum ist sehenswert.
Nun war es an der Zeit die Serpentinen zur Burgruine „Alt-Ems“ zu überwinden, wobei das Wort alt nicht für „Alt“ sondern für das Altdeutsche „Hoch“ steht, also Hohenems.

Auf der Burg treffe ich Dieter Heidegger der mir vieles über die Burg und ihre Geschichte berichtet und mir einen Einblick in die stattfindende Sanierung gibt.
Vorbei am Niebelungenbrunnen geht es nun zu Stoffels Säge-Mühle. Eine Ausstellung von Mühlentechnik, von 1900 bis zur modernen Großmühle. Imposant ist bereits der Anblick der beiden Wasserräder im Garten die den Antrieb einer Säge darstellen.

Weiter geht es nun Richtung Feldkirch. Auf meinem Weg lege ich in Rankweil, im Freilichtmuseum „Römervilla“ einen Zwischenstopp ein. Bereits in den 1950er Jahren fanden hier erste Ausgrabungen statt, bei welchen das Hauptgebäude welches mit einer

Fußbodenheizung ausgestattet war freigelegt wurde.

Nachdem ich Feldkirch erreicht habe, mache ich zuerst einen Streifzug durch die Altstadt. Dort fällt mir bald der Dom auf, der mit seinen Kunstwerken zu den bedeutendsten Barocken Sakralbauten Vorarlbergs zählt.
Als letzten Punkt in dieser Episode besuche ich noch die Schattenburg, die hoch über Feldkirch thront. Die teilweise bewohnte Burg beherbergt ein packendes Museum, das alles zum Thema Burg und leben in einer Burg zeigt. Prof. Manfred A. Getzner führt mich durch die Räumlichkeiten der Burg, welche einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließ.

„Nobelpreisträger und antiker Bergbau“

Jetzt geht es weiter in Richtung Arlberg, hier wird es enger und die Berge rücken näher an die Orte heran. Mit Bludenz erreiche ich auch die letzte große Stadt Vorarlbergs

Der erste Stopp ist in Bludenz. Zuerst streife ich durch die Stadt, um mir einen Eindruck zu verschaffen bevor ich mich bei der Brauerei Fohrenburg einfinde, wo mich Julia, Dennis und Roland bereits zu einer Führung erwarten. Viel Interessantes wartet auf mich und am Ende werde ich noch mit Alkoholfreiem Bier und Hauseigenen Limonaden ausgestattet, damit ich für den weiteren Weg so bestens versorgt bin.

Nun führt mich mein Weg hinein ins Montafon, das 39 Kilometer lange Tal reicht bis zur Biehler Höhe mit dem Silvretta Stausee.

In Bartholmäberg zieht die Kirche meine Aufmerksamkeit auf sich. Diese liegt auf einer Geländestufe in 1000 Meter mit einem atemberaubenden Ausblick zur Silvretta und dem Rätikon. Die Kirche ist reich ausgestattet und mein Ausgangspunkt hinauf zu den Maiensäß, wo ich mich unter die Erde begebe. Klaus Kühlechner nimmt mich mit in das historische Bergwerk Bartholomäberg. Bereits in der karolingischen Zeit wurde hier Bergbau betrieben und der Stollen von den Knappen mit primitiven Werkzeugen über 150 Meter in den Fels getrieben.

Das Schrunser Münster wirkt von Außen eher Schlicht und Schmucklos. Um so überraschender ist der mit Statuen und Gemälden ausgestattete Innenraum. Das Münster eine der seltenen Kirchen die ganz im Nazarener

Stil des ausgehenden 19 und beginnenden 20 Jahrhunderts gehalten sind.
Der Nobelpreisträger Ernest Hemingway ist eine wichtige Persönlichkeit für Schruns, verbrachte dieser doch zwei mehrmonatige Winterurlaube im Ort und Schrieb in seinen Büchern, „Schnee am Kilimandscharo“ und „Paris ein Fest fürs Leben“ ausführlich über die Region und macht diese damit Weltberühmt.

Vorbei an den Orten des Montafon erreiche ich die Mautstation, von welcher es über 30 Kehren die Silvretta Hochalpenstraße hinauf geht, bis zum Stausee von dem aus man einen tollen Blick auf die Umliegenden Berge und den Piz Buin hat, der mit einer Höhe von 3312 Metern der dritthöchsten Berg der Silvretta Gruppe und der höchste Berg Vorarlbergs ist.

„Geisterorte, 2 Pässe, Käsespezialitäten und Gin“

Als letzte Etappe wende ich mich nun dem Arlberg und dem Lechquellgebirge zu. Vorbei an Stuben geht es über den Flexenpass hinauf nach Zürs, Lech und Warth. Wobei Zürs im Sommer eher einer Geisterstadt gleicht. In Lech ist dagegen viel Leben. Die Gäste machen sich auf, um die umliegenden Berge zu erkunden. Mitten durch den Ort fließt auch der gleichnamige Bach, der am Ende von Lech in eine Schlucht mündet.
Faszinierend ist die alte Pfarrkirche mit ihren Fresken, die um 1480 entstanden sein dürften. Natürlich wird im Sommer auch gebaut, so stehen an vielen Stellen des Ortes Baukräne.
Warth ist während der Sommermonate sowieso eine

überdimensionale Baustelle. Also fahre ich auf den Hochtannberg hinauf und um dort nachzusehen was im Sommer so los ist.
Hier sind unzählige Wanderer in den Bergen unterwegs.

Nun geht es hinunter durch Schröcken bis Hinterhopfreben wo ich mir in der Bergsennerei die Käse und Butterherstellung zeigen lasse, natürlich nehme ich auch je ein Stück mit, um mich von der Qualität zu überzeugen. Ich kann nur sagen, Butter und Käse sind ausgezeichnet.

Weiter geht es hinunter in den Bregenzerwald, durch

Schoppernau nach Au. Dort besuche ich die Bergbrennerei Löwen und schaue mir das Haus genau an. Brennmeister Oliver Huber nimmt mich mit auf eine Tour durch das Haus, die bei der Brennanlage startet.Am Ende gibt es noch die Spezialität des Hauses den Woodgin im geräucherten Glas. Echt lecker. Hier wird eben mit Herz und Verstand gearbeitet, was die Produkte zu etwas besonderem macht.

Durch Mellau und Egg erreiche ich als letzte Station meiner Vorarlbergreise Hittisau, wo auf der Kirchmauer ein Solitaritätsbekundung mit der Ukraine zu finden ist.

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